Kaufmannskirche Erfurt
(entstanden 2009) Arbeitstunden: 5500
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Nach dem Dom, ist die Kaufmannskirche die wahrscheinlich älteste Kirche der Stadt Erfurt.
Dem heiligen Gregor als Pfarrkirche geweiht, wurde die Kaufmannskirche im 11. Jahrhundert von friesischen Kaufleuten gegründet, die sich hier als erste Marktansiedlung der Stadt Erfurt niederließen.
An dieser Stelle trafen die Ost-West- und die Süd-Nord-Verbindungen der Via Regia zusammen (Kiew-Straßburg bzw. Nürnberg-Hamburg).
Im Jahre 1248 wurde die Kaufmannskirche erstmals urkundlich erwähnt.
Beim Stadtbrand 1291 wurde der größte Teil des Bauwerks zerstört. Die Weihe des gotischen Neubaus erfolgte im Jahr 1368.
Nachdem im Jahre 1521 die Reformation in der Kaufmannsgemeinde Einzug hielt, predigte Martin Luther am 22. Oktober 1522 in dieser Kirche.
1594 stürzte das Chorgewölbe ein, von 1598 bis 1625 wurde die Chorausstattung, d. h. Kanzel, Taufstein und Hochalter (von 1492) durch Hans Frideman und dessen Sohn wiederhergestellt.
Von den Jahren 1636 bis 1650 diente die Kaufmannskirche als schwedische Garnisonskirche. Der schwedische Stadtkommandant Oberst Caspar Ermes und seine Frau werden hier beigesetzt.
1668 traute Nicolaus Stenger die Eltern von Johann Sebastian Bach,
Johann-Ambrosius und Elisabeth Lämmerhirt.
1684 wurde die Barockhaube des Nordturmes errichtet; zwei Jahre später konnte das heutige Orgelprospekt fertiggestellt werden.
1780 ließ der katholische Stadtkommandant für seine evangelische Frau im ersten Geschoss des Nordturmes eine Kirchenloge bauen – die Knorrsche Kapelle.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Kaufmannskirche mehreren Restaurierungsarbeiten unterzogen (1855-1859, 1863-1865, 1898-1899).
Das Lutherdenkmal an der Südseite der Kirche entstand im Jahre 1889 anlässlich der Feierlichkeiten zu Luthers 400. Geburtstages. Der Sockel des Denkmals zeigt Szenen aus Luthers Leben und ein Psalmwort.
1944 wurde die Kaufmannskirche bei einem Bombenangriff durch eine Luftmine schwer beschädigt. Die Beseitigung der Schäden konnte erst 1952 abgeschlossen werden. 1955 wurde der Altar, und von 1987 bis 1992 die Kanzel restauriert.
1994 schlossen sich die Sanierung des Südturms und im Jahr 2001 die des Nordturms an.
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