Einst als Warte im Jahre 961 gegründet („civitas wurcine“),
war das Schloss Wurzen bis zum Ende des
16. Jahrhunderts Bischofssitz.
1114 ließen die Bischöfe in der Steinburg ein Kollegialstift
errichten und die Marienkirche weihen. 1503/1510 wurde
letztere zum heutigen Dom erweitert.
Da die Bischöfe großen Wert auf eine standesgemäße
Unterkunft legten, ließ Bischof Johann VI. von Saalhausen die
Burganlage von 1491 bis 1497 zum Schloss im spätgotischen Stil umbauen.
Das Zellengewölbe, Vorhangbogenfenster, ein Wendeltreppenturm und
ein spätgotisches Sterngewölbe im
Eingangsbereich verweisen auf die architektonischen Leistungen der Baumeister
um den Zimmermann Arnold von
Westfalen – sein Hauptwerk: der Bau der Albrechtsburg von Meißen.
Seinen trutzigen Charakter hat sich das Schloss durch zwei starke Türme
und einen tiefen Wallgraben dennoch
bewahrt.
Nach seiner Nutzung als Amtsgericht und Polizeirevier wurde das Schloss
Wurzen 2002/2003 von seinen neuen
Besitzern, der Familie Wedekind, zum Restaurant und Hotel umgebaut.
Es beherberg außerdem ein Café und ein Standesamt.