Gebrüder-Grimm Haus

(entstanden 2009)

 

Das 1562 errichtet Amtshaus Steinau war der Verwaltungssitz für die Ämter Steinau sowie Schlüchtern und ist ein stattlicher Renaissance- Bau mit steinernem Sockel und einem Obergeschoss, dass zum Hof hin mit einem reichen Schmuckfachwerk verziert ist.

Das Erdgeschoss des Gebäudes ist durch zahlreiche, profilierte Segmentbogenfenster gegliedert und bildet mit dem Obergeschoss, welches durch einen Treppenturm auf der Hofseite erreichbar ist, eine harmonische Einheit. Dabei liegt sicher das Hauptaugenmerk auf den Schmuckfachwerk des Obergeschosses mit seinen 21 reich skulptierten hölzernen Konsolen und den geschweiften Andreaskreuzen in den Bereichen unter den Fenstern. Besonders auffällig ist die Konsole über der spitzbogigen Eingangstür, die in Form eines Fabeltiere Kopfes ausgeprägte ist und sein unterer Teil „geisterabwehrende“ Funktion besitzen soll.

Die steinernen Giebelwände tragen ein hohes Ziegeldach. Unter dem Walm des vorderen Giebels trägt ein kleines hölzernes Männchen die Last des Dachfirsts auf seinem Rücken

Das Gebäude mit seinen aus der gleichen Zeit stammenden Nebenbauten, unter anderem eine Stallung, ist in eine malerische gestaltete Hofanlage eingebettet, die von einer Mauer umgeben ist.

1791 zog die Familie Grimm von Hanau nach Steinau, wo der Vater Philipp Wilhelm Grimm die Stelle des landgräflichen Amtmannes bekleidete. Zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern lebten die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm bis 1796 in dem Steinauer Amtshaus.

Bis 1975 diente das Amtshaus als Amtsgericht, später wurde es von verschiedenen Ämtern der Stadtverwaltung sowie von Vereinen genutzt.

1998 wurde das Haus für die Errichtung einer repräsentativen Brüder Grimm- Gedenkstätte mit dem Namen „Brüder Grimm- Haus“ zur Verfügung gestellt.

Am 23. Juni 2006 wurde in der ehemaligen Amtshofscheune, die dem Amtshaus gerade gegenüber steht, das "Museum Steinau ...das Museum an der Straße" eröffnet.